Naturstein

Neustadt-Welze, Kriegerehrenmal, Inschriftentafel
Konservierung/Restaurierung 2011

Material: Kalkstein mit Fassung, Blattgold
Datierung: nach 1946

Das Denkmal wurde zu Ehren der im 2. Weltkrieg Gefallenen des Dorfes errichtet. Es handelt sich um eine kreuzförmige Inschrifttafel, die in eine etwa zwei Meter hohe Mauer eingelassen ist. Die Tafel besteht aus einem grau-grünen Kalkstein mit fossilen Einschlüssen. Reste von Fassungen belegen, dass die ersten zwei Inschriftzeilen ursprünglich vergoldet und die restlichen Zeichen dunkelrot ausgemalt waren. Die Tafel war mit einer ca. 1 mm starken Schicht aus Algen, Moosen und Flechten bewachsen. Erst während der Entfernung dieses Bewuchses wurde sichtbar, dass sich die Oberfläche des Kalksteins nahezu vollflächig abzulösen drohte. In vielen Bereichen war sie bereits abgeplatzt, in anderen hatten sich großflächige Hohlstellen gebildet.

Detail obere Inschrift, Vorzustand Detail obere Inschrift, Endzustand Detail untere Inschrift, Vorzustand Detail untere Inschrift, Endzustand
Vorzustand Endzustand

Konservierung/Restaurierung
Die Reinigungsmethode musste dem extrem fragilen Zustand der Gesteinsoberfläche angepasst werden. Der biologische Bewuchs wurde schließlich mit Hilfe eines Spezialreinigers chemisch angelöst und anschließend vorsichtig mit weichen Bürsten und dem Skalpell entfernt. Abgelöste Schalen, die nach der Reinigung noch eine ausreichende Stabilität aufwiesen, wurden mit einer verdünnten Acrylharzdispersion als Klebemittel wieder angesetzt. Für die Herstellung eines Anböschmörtels wurde Mehl eines dem Originalmaterial sehr ähnlichen Gesteins fein ausgesiebt und mit Kieselsol gebunden. Für die Hinterfüllung verbliebener Hohlstellen wurde dieser Mörtel sehr flüssig eingestellt, für die Anböschung scharfkantig hochstehender Schalen wurde der Mörtel in einer festeren Konsistenz verwendet. Für die Neuvergoldung der obersten zwei Zeilen wurde aufgrund der durch Verwitterung stark aufgerauten Oberfläche von der Verwendung von Blattgold abgesehen. Stattdessen wurde ein Goldlack verwendet. Für die Fassung der übrigen Zeilen wurden Eisenoxydpigmente mit einer Acrylharzdispersion gebunden. Nicht erhaltene Bereiche der Inschrift konnten rekonstruiert werden, da fehlende Daten ermittelbar waren. Die Buchstaben wurden hier auf die abgewitterte Steinoberfläche aufgemalt.