Naturstein

Hannover, Gartenkirche, Relief "Chrysogonus, Katharina und Konrad"
Konservierung 2005

Material: Sandstein
Datierung: um 1500

Das Relief bestand ursprünglich aus zwei rechteckigen Teilen und stammt aus der Liebfrauenkapelle. Nach vielen Standortveränderungen wurde es bei Umbauarbeiten 1956 schließlich in die Außenmauer des vermauerten Südportals der Gartenkirche eingesetzt. Zu diesem Zeitpunkt fehlte bereits das rechte Drittel des oberen Reliefteils. 2000 wurde das Relief ausgebaut und eingelagert.
Das Relief zeigt drei Heiligenfiguren, die als die Kalenderheiligen Chrysogonus, Katharina und Konrad von Konstanz gedeutet werden. Die Figuren sind frontal in stehender Position dargestellt und von Säulen mit aufgesetztem Spitzbogen umgeben.

Der Oberkörper der Katharina ist stark beschädigt und fehlt ca. zur Hälfte, der Oberkörper des Konrad fehlt ganz. Besonders im oberen Reliefteil lag eine teilweise bis zu 3 mm starke schwarze Kruste auf. Der untere Teil war davon weniger betroffen. Hier zeigten sich vor allem starke Oberflächenverluste und fortschreitender Substanzverlust durch Absanden, Abplatzungen und Schalenbildung. Weiterhin lagen zahlreiche Risse sowie zementhaltige Ergänzungen und Fugenmörtel vor.

Zustand nach Anböschung Zustand nach Anböschung

Konservierung:
In sandenden Bereichen erfolgte eine Festigung. Die Oberfläche wurde gereinigt und die schwarze, oberflächenverdichtende Kruste wurde reduziert. Die zementhaltigen Ergänzungen und Fugenmörtel wurden entfernt.
Zur Sicherung der Steinsubstanz und zur optischen Beruhigung der Oberfläche wurden die Risse geschlossen und scharfkantig aufstehende Schollen angeböscht. Formergänzungen, die über ein rein konservatorisches Vorgehen hinausgehen, wurden nicht ausgeführt.
Eine Retusche erfolgte lediglich auf den aufgebrachten Kittungen und Anböschungen, sowie in Bereichen, wo nach der mechanischen Dünnung von starken Krusten weißliche Werkzeugspuren zurückgeblieben waren.

Die Aufhängung erfolgte im südlichen Querschiff an der Innenwand. Die beiden Reliefteile wurden trocken aufeinandergesetzt, die Ausrichtung erfolgte mittels kleiner Bleiplättchen, die in die Fugen eingelegt wurden.