Gips/Kalk/Zement

Hannover, Bethlehemkirche, Südquerhaus, Fußboden
Restaurierung 2011

Material: Zementestrich
Datierung: 1960er Jahre

Der Bau der Bethlehemkirche in Linden, entworfen von Karl Mohrmann, wurde 1902 begonnen und 1906 fertiggestellt. Der historistische Kirchenbau in Form einer Basilika erhielt 1914 eine Ergänzung durch den Anbau von Pfarr- und Gemeindehaus, die an der Südseite mit der Kirche verbunden sind.

Im Zuge von Umbauten in den 1960er Jahren, die vor allem auf Raumgewinnung für Gemeindeaktivitäten ausgelegt waren, wurde ein Teil des Südquerhauses der Bethlehemkirche durch Wände vom Schiff abgetrennt. Offen blieben die Durchgänge zum Pfarrhaus und zum Seitenschiff. Der Fußboden des Südquerhauses besteht überwiegend aus rotem Zementestrich mit Fugenritzung. Im zweischichtigen Mörtelaufbau ist die untere Schicht unpigmentiert, die obere rot. Schon Anfang der 1970er Jahre erfolgte eine erneute Umnutzung mit dem Einbau sanitärer Anlagen und neuer Heizkörper eingebaut. Der Fußboden wurde gefliest. Die Fliesen und sanitären Anlagen wurden im Zuge der aktuellen Baumaßnahmen entfernt.

Vorzustand, Reinigungsprobe Detail Vorzustand Detail Vorzustand
Werktechnischer Aufbau Ausarbeiten Zementergänzung

Erhaltungszustand
Auf dem freizulegenden Zementestrich befanden sich vollflächig ein Fließestrich und umfangreiche Reste des Fliesenklebers. Durch Heizungs-, Wasser- und Toiletteninstallation und deren Ausbauten waren viele Löcher entstanden, die zum Teil durch den gesamten Deckenaufbau gingen. Es waren mehrere Ergänzungen vorhanden, die teilweise in Anlehnung an den Bestand rot eingefärbt waren, andere hingegen waren unpigmentiert in Portlandzement ausgeführt.

Detail nach Reinigung Detail nach Ausarbeiten Detail, Endzustand

Restaurierung
Die aufliegenden Mörtel wurden mechanisch entfernt. Die Fehlstellen wurden geschlossen, indem zunächst durchgehende Löcher nach unten stabilisiert wurden und anschließend ein zweischichtiger Zementmörtel eingebracht wurde. Entsprechend des Bestands war die untere Schicht unpigmentiert, während die obere Schicht farblich an den umgebenden Bestand angepasst wurde. Die Ergänzungen wurden oberflächig geglättet. Die fliesenimitierende Ritzung wurde, wo vorhanden übernommen und fortgeführt.